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Gastbeitrag

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Der kreative Prozess eines Adventure-Fotografen

Man könnte denken, dass ein Adventure-Fotograf vor allem zwei Dinge tut: reisen und fotografieren. Diese Vorstellung ist grundsätzlich sicherlich nicht falsch. Jedoch kommen bei dieser Art von Fotografie noch einige weitere spannende Aufgaben zum Zug. Dies umfasst auch die vielleicht nicht so interessant klingenden, eher monotonen Arbeiten, die selbstverständlich auch dazugehören. In diesem Artikel erkläre ich dir die Arbeit eines Adventure-Fotografen von A-Z: von der Recherche über die Planung des Trips bis hin zum Gestalten und Aufhängen der Fotos.

Inspiration

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Wenn wir uns einer neuen Leidenschaft hingeben, werden unsere Entscheidungen häufig unbewusst von vielen anderen Menschen beeinflusst. Wie oft hattest du beispielsweise schon den Gedanken: «Ich wünschte, ich könnte das gleiche machen wie diese Person»? In dieser Hinsicht bieten Social Media eine wunderbare Möglichkeit, inspirierende und talentierte Leute zu finden und ihnen zu folgen. So bilden sich Communitys um Profilseiten von Fotografen und Abenteurern, in denen sie sich sehr aktiv und authentisch über ihr gemeinames Thema austauschen können. Social Media stellt also ein wirkungsvolles Tool dar, um Möglichkeiten zu entwickeln und die Grenzen von Konzepten auszuschöpfen. Zudem entsteht ein kreativer Prozess für gewöhnlich nicht von alleine, also quasi aus dem Nichts. Allerdings beschweren sich viele darüber, dass andere ihre Ideen kopieren. Dabei vergessen wir leicht, dass einen „Ideendieb“ oftmals andere Details und Blickwinkel interessieren. Und genau diese Dynamik ist es, die Fotografen motiviert und sie anspornt, immer besser und kreativer zu werden.

Recherche

Zuerst müssen wir detaillierte Informationen über mögliche Shooting-Locations sammeln, denn visuelle Inhalte zu erstellen, erfordert sorgfältige Vorbereitung. Daher ist die Recherche in Social Media sowie im Internet eine Voraussetzung für die Durchführung von Fotoprojekten. Das gilt für kommerzielle Aufträge ebenso wie für private Fotoreisen. Als Adventure-Fotograf mit Fokus auf Trips in die Wildnis bin ich immer auf der Suche nach unberührten Orten, an denen der Mensch noch keine Spuren hinterlassen hat. Die Natur in ihrer ursprünglichsten Form zu fotografieren, ist mir sehr wichtig – besonders in der aktuellen Zeit, in der wir uns großen ökologischen Herausforderungen stellen müssen. Mit meinen Bildern versuche ich, einmalige Momente festzuhalten und für die Zukunft zu bewahren. Dabei hoffe ich, dass die abgebildete Natur nicht vom Menschen zerstört wird, sondern unverändert erhalten bleibt. Mit dieser Idee vor Augen suche ich immer häufiger nach Orten wie Gletschern, Berggipfeln oder unberührten Wäldern.

Der erste Schritt besteht dann darin, solche besonderen, entlegenen Orte aufzuspüren. Ich schaue mir Karten an, recherchiere mögliche Zugangswege, suche den sichersten aus, der mir zugleich die spektakulärsten Motive bietet, finde Alternativen für den Fall, dass das Wetter nicht mitspielt, und bringe am Ende in Erfahrung, wo ich campieren darf. Besonders wichtig ist es hierbei natürlich auch, Distanzen und die Zeit bis zum Zielort zu berechnen.

Ausrüstung vorbereiten

Wenn die Route feststeht, geht es daran, die Ausrüstung bereitzustellen, insbesondere auch mit Blick auf die vor Ort herrschenden Wetterbedingungen. Dies ist immer der frustrierendste Moment für die meisten Fotografen: Denn man darf nur das ALLERNÖTIGSTE einpacken. Kameraausrüstung ist schwer, doch als Adventure-Fotografen wollen wir für alle möglichen Situationen gerüstet sein. Wir müssen uns also entscheiden und dabei Kompromisse eingehen. Natürlich kommt es auf den Umfang eines Projekts oder einer Reise an, doch die Regel lautet grundsätzlich immer: mit möglichst leichtem Gepäck aufzubrechen. Es braucht ein bisschen Erfahrung, um die perfekte Balance zwischen Komfort und Nutzen zu finden. In dieser Hinsicht scheine ich auf jeder Reise dazuzulernen. Unnötiges Gewicht auf langen Touren mitzuschleppen, ist alles andere als angenehm: Es dauert länger, um ans Ziel zu kommen, man ist viel schneller erschöpft, verliert die Motivation und baut eine Menge Frust auf.

Fotografieren: der Höhepunkt des Abenteuers

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Dies ist für mich der schönste Teil des gesamten kreativen Prozesses: den Moment zu genießen und belohnt zu werden, am Zielort angekommen zu sein, egal wie beschwerlich der Weg war. Ich schlage mein Lager auf, koche Essen, fotografiere atemberaubende Sonnenuntergänge und atme die wunderbar frische, saubere Luft ein. Der kühle Abendwind streift sanft am Zelt entlang und lässt seine Planen gemächlich flattern. Plötzlich vergisst du alle Sorgen und Pflichten des Alltags. Die unberührte Natur hat die Kraft, uns schlicht und einfach großartig fühlen zu lassen. Wir finden im wahrsten Sinne des Wortes zu unseren Wurzeln zurück. Natürlich mag ich das charakteristische Klicken der Kamera, sobald ich auf den Auslöser drücke und wundervolle Landschaften einfange, die eine Geschichte erzählen: meine Geschichte. Fotografieren bedeutet nicht, die Wirklichkeit zu verändern. Vielmehr geht es darum, einen erlebten Moment zu idealisieren und die Elemente im Bild perfekt zu arrangieren, um magische Erinnerungen zu erwecken. Der Job eines Adventure-Fotografen besteht darin, seinem Publikum Emotionen zu vermitteln – dieselben Emotionen, die er selbst beim Fotografieren gespürt hat.

Fotobearbeitung

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Das Abenteuer ist danach aber noch lange nicht vorbei – ein wichtiger und spannender Schritt steht noch aus. Durch die Bearbeitung unserer Fotos erwecken wir sie zum Leben und passen sie an unseren Stil an. Dies ist eines der meistdiskutierten Themen in der Foto-Community und wirft eine sehr interessante, beinahe philosophische Frage auf: Ist Fotobearbeitung Mogelei? Viele finden, dass man dadurch die Wirklichkeit verfälscht und gegen das Wahrheitsprinzip der Fotografie verstößt. Doch es kommt darauf an, was man unter Letzterem versteht: Soll die Fotografie einfach nur die Realität abbilden oder soll sie einen illustrierenden Charakter haben? Ich persönlich verstehe die Fotografie als Kunstform. Und ich bin fest davon überzeugt, dass die Art und Weise, wie Fotografen ihren eigenen Stil entwickeln und sich voneinander abgrenzen, eng mit der Bearbeitung zusammenhängt. Mit Farben, Skalierung, Schatten oder allein schon durch die Bildkomposition können Fotos viele verschiedene Emotionen auslösen. Dank moderner Technologie haben wir eine Vielzahl von Möglichkeiten, um einzigartige und kreative Kunstwerke zu erschaffen – und es wäre ein Jammer, sie nicht zu nutzen.

Präsentation der fertigen Kunstwerke

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Nun sind die Fotos alle bearbeitet und es wird Zeit, sich Gedanken zu machen, in welcher Form man das Foto festhalten möchte: als Prints, als Wandbilder, als Fotobuch oder als digitale Posts in den Social Media? Für mich macht es immer einen riesigen Unterschied, meine Bilder in Wirklichkeit zu sehen, in greifbarer Form. So kann man auch ihre wahre Qualität und Größe am besten erkennen. Und natürlich ist dieses Gefühl des Stolzes beim Betreten eines Raums, in dem dein eigenes Bild als Wanddekoration hängt, unvergleichlich. Ich habe eine besondere Beziehung zu meinen Fotos, da sie mich an all die tollen Momente und Geschichten erinnern, die ich erlebt habe. Dafür müssen sie nicht mit einer Profikamera aufgenommen worden sein: Auch mit modernen Smartphones lassen sich hochwertige Fotos schießen. Ich empfehle also jedem, seine geliebten Familien- und Ferienfotos auszudrucken.

Lust auf mehr? Hier geht’s zur Zusammenfassung im Video, viel Spass:

Kurzbiografie des Autors:

Fabxplore_portrait

Fabxplore ist ein Adventure-Fotograf, der sich stark von der Natur inspirieren lässt. Mit seinen Werken dokumentiert er die wildesten Naturlandschaften Europas. Was als einfacher Scherz zwischen ihm und seinen Freunden begann, wurde schnell zur Leidenschaft – zu einer Art, das Leben zu genießen. Sein Lieblingssatz verrät uns eine Menge darüber, wie er Fotografie wahrnimmt: «Erschaffe mit dem Herzen, gestalte mit Leidenschaft.» Was ihn inspiriert und antreibt, ist die schiere Kraft und Unermesslichkeit der Natur – insbesondere der Berge. Sein minimalistischer Ansatz beim Fotografieren lässt zudem darauf schließen, dass ihm vor allem die schlichten Dinge im Leben zusagen. Besonders gerne zeltet er im Gebirge und genießt die Momente der Stille, die er in großer Höhe findet. Für Fabxplore ist das Fotografieren mehr als nur Kunst: Sie bringt die Zeit zum Stillstand und erinnert uns an die wunderbaren Augenblicke, die wir hinter der Kamera erlebt haben.

Hier findest du die Arbeit von Fabxplore: www.instagram.com/fabxplore

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